Wie Eitelkeit zur Tugend wird

Immer mehr und immer versteckter beeinflusst Eitelkeit unser aller Leben. Es wird zur Tugend, Masken zu tragen, Impfungen zu akzeptieren und den eigenen Wert nach dem Ausmaß dieser neuen Form von Hörigkeit auszurichten. Es gibt uns ein Gefühl von Zugehörigkeit, von Gemeinschaft. In einer Zeit, in der soziale Kontakte immer mehr dämonisiert werden, wir immer weniger zwischenmenschliche Kontakte haben und dies immer größere psychologische und soziale Probleme mit sich bringt, gibt uns diese Tugendhaftigkeit ein Gefühl von Zusammenhalt.



In dieser Gleichung stehen den Mitmenschen, die der Maskenpflicht und den Impfungen gesonnen oder in froher Erwartung sind, solche gegenüber, die dem medialen Rummel skeptisch gegenüberstehen. Einerseits finden wir diejenigen, die eine Maskenpflicht, in diesem Ausmaß, für nicht notwendig empfinden, denen sbei der Idee, zu einer Impfung genötigt zu werden, die Haare zu Berge stehen. Auf der anderen Seite stehen diejenigen, die den Impfungen fiebernd entgegensehen und in der Masken- und Testpflicht eine Notwendigkeit sehen und die den bestimmenden Regierungen wohlwollend folgen. Auf beiden Seiten kann man immer mehr beobachten, wie diese Eitelkeit zu einer Tugend wird. Die Eitelkeit, dass die eigene Meinung, die einzig richtige ist.


Es ist diese Polarisierung, die unsere Gesellschaft fest im Griff hat. Es wird uns in der Politlandschaft seit Jahren vorgelebt. Eine Partei, mit ihrer Ideologie, gegen die anderen. Eine Gemeinde, ein Bezirk, ein Bundesland mit Ihren Ideen gegen die anderen. Die eigenen und parteiischen Ideale als Wurzel für die eigene Eitelkeit.


In den Straßen von Wien


In meiner Geburtsstadt Wien konnte man sich bei der Renovierung einer Einkaufsstraße, der Mariahilfer Straße die durch 2 Bezirke geht, auf kein einheitliches Verkehrs und Gestaltungskonzept einigen. Hier handeln professionelle Politiker, die von der Bevölkerung bezahlt und gewählt werden. Im Sinne des Wohles der Stadt, wohl kaum. Wohl mehr im Sinne der eigenen Tugend die in diesen Kreisen oft zur Ideologie wird. Oder die Ideologie zur Tugend – je nach dem welchen Blickwinkel man hier einnehmen möchte. Je tiefer die Ideologie in der eigenen Identität verankert ist, desto schwieriger ist es die Meinung anderer, egal wie wertvoll, anzuhören und in weiterer Folge anzunehmen.


In der Familie


In Familien kann die Tugend der Eltern, der Entwicklung der Kinder massiv im Wege stehen. „Wir waren auch in dieser Schule (diesem Schulsystem) und es hat uns nicht geschadet.“ – Eine Aussage die Eltern nur zu gerne treffen, wenn sich ihre Sprösslinge, oft zurecht, über die Schule und das bestehende System auflehnen möchten. Die eigenen Erfahrungen und die daraus resultierenden Lebenswege werden zur Eitelkeit. „Was für uns funktioniert hat, kann für dich nicht schlecht sein.“ Diese Tugend nimmt uns die Sicht auf notwendige Veränderung in Systemen. Man verschließt die Augen vor neuen Schulmethoden oder Systemen, was zu gravierenden Problemen in der Entwicklung des Kindes führen kann. Zeiten ändern sich, ob einem das gefällt oder nicht.


In der Beziehung


Diese tugendhafte Form von Eitelkeit, ist auch in Beziehungen zu finden. „Meinem letzten Partner hat es nichts ausgemacht, wenn ich ohne etwas zu sagen so spät nach Hause gekommen bin. Was stellst du dich so an?“ Viele nehmen Ihre Verhaltensmuster als Richtmaß an. Was für den Einen ganz selbstverständlich ist beziehungsweise nicht erwähnenswert, muss für den Partner genauso sein. Einen gemeinsamen Kontext zu erstellen, in jeder neuen Beziehung, scheint eine Idee fernab des Möglichen oder Denkbaren. So wird das eigenen Wertesystem ganz unbewusst zur Eitelkeit.


Im eigenen Berufsleben


In meiner beruflichen Karriere habe ich längere Zeit die Erfahrung gemacht, dass meine Eitelkeit – Ich bin der Meister in diesem Betrieb und weiß Bescheid – gravierende Probleme mit sich gebracht hat. Es waren oft Lehrlinge oder junge Facharbeiter, die gute Ideen oder neue Arbeitswege hatten. Diese anzunehmen und in bestehende Arbeitsvorgänge zu integrieren hat sehr oft Überwindung gekostet. Den inneren Schweinehund zu überwinden und den Ideen anderer offen gegenüber zu stehen, ist am schwierigsten, wenn wir unserer Position ein gewisses Maß an Tugend beimessen.


Ausbrechen aus dem Kreislauf


Diese Form von vermessener Eitelkeit, die Annahme, dass das eigene Verhalten tugendhaft ist, weil es die Unterstützung einer breiten Masse hat oder weil „es schon immer so war“, ist eine der großen Quellen ausgrenzenden Verhaltens.

Wir erklären Mitmenschen, die eine andere Meinung zu einem Thema haben, zu „schlechten“ Menschen und Mitbürgern. Wir grenzen diese aus unserem Leben aus und limitieren unsere Lebenskreise auf gleichgesinnte. Dies ist ein Teil von vereinsamenden und limitierenden Mustern, mit dem wir uns von unserem Umfeld einzäunen.


Wie wäre es, dieses Muster ein wenig aufzulockern, indem man beginnt, dem anderen zuzuhören? Wenn man sich in einem Gespräch findet, in dem unser Gegenüber eine widersprüchliche Meinung vertritt, versuchen Sie mal, neugierig zu sein. Versuchen Sie ihre eigenen Meinungen beiseite zu legen und dem Gegenüber ohne Bewertung des gesagten zuzuhören. Jedes Mal, wenn sie Widerstand gegen die Aussagen des Gegenübers verspüren, versuchen Sie die Meinung ihres Gegenübers anzuhören.


„Ich mag diesen Mann nicht. Ich muss ihn besser kennenlernen!“ Abraham Lincoln


Stellen Sie Fragen, um die gesamte Meinung zu einem Thema und die Herkunft dieser Meinung herauszufinden. Nutzen Sie diese Möglichkeit, um herauszufinden, ob Sie vielleicht mehr gemeinsam haben, als Sie denken. Es kann durchaus sein, dass die Wurzel Ihrer, an den gegenüberliegenden Seiten des Spektrums liegenden, Meinungen die gleiche Angst oder Unsicherheit zugrunde liegt. Vielleicht können Sie etwas von ihrem Gegenüber lernen und Sie finden heraus, dass die Wahrheit jedes polarisierenden Themas, sofern es eine Wahrheit gibt, in der Mitte liegt. Sollten Sie, nachdem Sie die perspektive des Anderen voll angehört haben, immer noch überzeugt sein, dass Ihre Sichtweise die „Richtige“ ist, können versuchen, sich darauf zu einigen, dass Sie in diesem Thema nicht übereinstimmen aber die Meinung des Anderen akzeptieren.


"Meinung ist wirklich die niedrigste Form menschlichen Wissens. Es erfordert keine Rechenschaftspflicht, Verantwortung und kein Verständnis. Die höchste Form des Wissens… ist Empathie, denn dies erfordert, dass wir unser Ego beiseitelegen und in der Welt eines anderen leben. Es erfordert einen tiefgreifenden Zweck, der größer ist als das Selbstverständnis."

Bill Bullard.


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Alexander Müller


Alexander ist Trainer für Kommunikation und Coach.




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